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Madi

Alter: 20 Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.03.2006 Beiträge: 454
Wohnort: Freiburg Entfernung: 0 km
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Verfasst am: 11.01.2010, 21:12 Titel: Unterschied Rai - Western |
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Hallo,
da ich ja im Moment leider keine Möglichkeit habe regelmäßig Rai zu reiten, habe ich mir überlegt auf Western (geht ja auch gebisslos) umzusteigen, bzw. das auch mal zu betreiben.
Wanderreiten kann man damit ja auch und es werden genau wie im Rai-Reiten nicht ständig Hilfen gegeben.
Was mich mal wieder wurmt, ist das Thema Versammlung. So viel ich weiß wird im Westernreiten nicht so stark versammelt wie im Englischreiten, aber der Begriff fiel dort auch schon mal, aber Genaueres habe ich noch nicht gefunden.
Oder lassen die Westernreiter (freizeitorientiert) ihre Pferde auch im natürlichen Gleichgewicht laufen? Oder reiten sie auch versammelt? Im Raibuch steht, dass sie eben nicht so stark versammeln, weil der Westernsattel eine größere Auflagefläche hat als der Englischsattel. Aber sie sitzen halt noch sehr aufrecht. Ohne leichtes Zurücklehnen des Oberkörpers. Wenn sie jetzt aber locker reiten (langer Zügel,etc.) wie reiten sie gleichzeitig versammelt (oder leicht versammelt) ?
Was machen wir Raiter denn da eigentlich nochmal genau? Wenn ich mir Raipferde anschaue, dann senken die auch den Kopf, machen den Hals rund (habe ich mal im Trab beobachtet) und treten schön unter die Hinterhand. Aber das machen die von alleine.
Achja und das Thema Gebiss. Wenn ich überhaupt einen Stall finde, dann werden die da bestimmt mit Gebiss reiten, glaube es ist schwer jemanden zu finden, der gebisslos reitet.
Mal abgesehen von dem "Atmen-Schlucken-Problem"....ist es für ein Pferd soooo schlimm, wenn ein Gebiss ruhig im Maul liegt? Man nicht daran herumzerrt? Der Zweck ist mir zwar nicht klar, aber ich frage mich, ob ich jetzt als "Pferdeqäuler" (übertrieben) gelte, wenn ich jetzt mit Gebiss reiten muss.
Aber wahrscheinlich geht es gar nicht, dass das Gebiss ruhig im Maul liegt, selbst beim Rai-Reiten gab es immer mal wieder Momente, da musste ich leicht "zupfen" oder auch mal stärker ziehen, ohne Gebiss geht das ja, aber mit, da würde ich mich echt nicht wohl fühlen.
lg Madi* _________________ *Knuffel* Madeleine*
Es ist unglaublich, wie viele schöne Orte man zu sehen bekommt, wenn man reitet, die man sonst wohl kaum sehen würde. DANKE! |
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Caprivi Forenbetreiber

Alter: 50 Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2006 Beiträge: 1575
Wohnort: Fockbek Entfernung: 0 km
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Verfasst am: 11.01.2010, 21:24 Titel: |
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Hallo Madi,
Deine Fragen lassen sich nicht so einfach beantworten, denn Westernreiten ist zum einen eine Gebrauchsreitweise, aber auch ein Sport.
Wenn man von der Kalifornischen Gebrauchsreiterei, dem Vaquero-Reiten, ausgeht, so ist es eine sehr pferdefreundliche Ausbildung. Bei ihr steht auch am Ende die verwendung einer Bridle, die allergings sehr pferdefreundlich eingesetzt wird.
wenn das Westernreiten aber Richtung Sport geht wirst Du oft einen harten und sehr unfairen Umgang finden.
Die Versammlung ist meiner Kenntnis nach keine explizite Forderung, aber das korekte Reiten um Last aufzunehmen gehört auch dazu.
Such doch mal nach einem Wanderreitstall oder einem Stall wo Vaquero/Buckaroo-Reiten betrieben wird.
das sollte Dir am nächsten kommen. _________________ Erst wenn der Reiter begreift, wie das Pferd den Menschen wahrnimmt,
entsteht ein tiefes Vertrauensverhältnis! |
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Charissima Forenbetreiber

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.02.2006 Beiträge: 3053
Wohnort: Fockbek Entfernung: 0 km
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Verfasst am: 12.01.2010, 10:36 Titel: |
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An deiner Stelle würde ich mir das vor Ort anschauen und dann nach meinem Gefühl entscheiden, ob ich dort reiten möchte oder nicht. Ich würde es nicht davon abhängig machen, dass es unbedingt gebisslos oder dem Rai-Reiten ähnlich sein muss. Du hast sicherlich genug Erfahrung zu erkennen, ob mit den Pferden vernünftig umgegangen wird. Du reitest doch so gerne und sonst findest du ja nur schwer etwas. _________________ Wer die Menschen kennt, lernt die Pferde lieben. |
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Antonia

Alter: 27 Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2006 Beiträge: 2382
Wohnort: Raum Aschaffenburg Entfernung: 0 km
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Verfasst am: 12.01.2010, 11:05 Titel: |
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ich kenne auch einige Westernreiter, die "gebisslos" unterrichten (wenn, dann wird meiner Erfahrung nach dann meistens mit Bosal geritten)! _________________ "Gewalt ist die letzte Zuflucht der Inkompetenten" (Isaac Asimov) |
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Mona

Alter: 16 Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.08.2007 Beiträge: 1374
Wohnort: Stuttgart Entfernung: 0 km
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Verfasst am: 12.01.2010, 15:40 Titel: |
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Also bei unserem Westernstall werden fast alle Pferde am Anfang von den Reitschülern Gebisslos geritten bis die damit richtig umgehen können, auf Wunsch auch weiterhin ohne, hör dich einfach mal um  _________________ "Instead of Whispering to your horse, listen to him"
"Play horse games, by horse rules"
"Follow the natural way" |
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Lisa
Alter: 28 Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.12.2007 Beiträge: 697
Wohnort: bei Kaiserslautern Entfernung: 0 km
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Verfasst am: 12.01.2010, 16:48 Titel: |
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Beim Westernreiten scheint es große Unterschiede zu geben. Bei uns im Dorf, auf der "Ranch", wo ich Aragon zunächst untergestellt hatte, führt der Westerntrainer die Pferde mit harter Hand. Gebißlos habe ich da im Unterricht nicht gesehen (wobei ich auch nicht weiß, ob das überhaupt jemand wollte), außer Kappzaum beim Longieren, und es wurde bei der Erziehung auch schon mal dem Pferd absolut unangebracht der Ellenbogen in die Rippen geschlagen usw. Auch werden die Pferde da so lange trainiert, bis sie aufhören zu kämpfen und auch das Zügelende kommt zum Einsatz, wenn es nicht so läuft "wie es soll".
Also ich kam damit, den Tipps, die man mir dort gegeben hat und mit dem Trainer überhaupt nicht klar.
Westernreiten geht wohl aber auch schöner. (Siehe die vorangehenden Posts.)
Allgemein kann ich dir sagen, dass die Westernhilfen den Rai-Hilfen sehr sehr ähnlich sind. Ein Westernpferd wird dich also höchstwahrscheinlich sofort verstehen.
Was die Versammlung angeht:
Im www.reitforum.de gibt es ja ein Western-Unterforum, in dem ich schon gelesen habe. Dort habe ich folgenden Eindruck gewonnen: Westernpferde sollen auch mit der Hinterhand untertreten und den Rücken aufwölben, daher muss sich auch ein Westernpferd beim Training den langen Zügel erst "verdienen". Die jungen Westernpferde werden also auch in (vermutlich aber weit leichterer) Anlehnung geritten, bis sie gelernt haben, auch am langen Zügel so zu gehen, wie sie sollen.*
Das bezieht sich wohl aber nur auf die Platzarbeit, im Gelände wird wohl kaum jemand sein Pferd in Anlehnung reiten - das machen nicht mal meine englisch reitenden Schwestern...
*Hinweis: Das ist die Ansicht, die meinem Eindruck nach dort im Reitforum vertreten wird - nicht meine Meinung. Meine Meinung ist, dass ein Pferd lernen kann den Reiter schadfrei zu tragen, auch ohne Anlehnung, Hilfszügel u.ä. (siehe z.B. die Bodenarbeit nach Sabine Birmann, die das unterstützt und korrekt rai-gerittene Pferde) |
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Lexi

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2010 Beiträge: 131
Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 07.02.2010, 15:47 Titel: Re: Unterschied Rai - Western |
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Hallo!
ich bin Westernreiterin und wage jetzt einmal deine Fragen so zu beantworten, wie ich es sehe
| Madi hat Folgendes geschrieben: |
Wanderreiten kann man damit ja auch und es werden genau wie im Rai-Reiten nicht ständig Hilfen gegeben.
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das ist korrekt, ist ebenso eine Impulsreiterei. Aber manche Pferde brauchen dennoch eine Unterstützung, Traversalen kann ich nicht reiten, ohne dass ich nicht mit jedem Schritt wieder mit den Sporen anklackere...
| Madi hat Folgendes geschrieben: |
Was mich mal wieder wurmt, ist das Thema Versammlung. So viel ich weiß wird im Westernreiten nicht so stark versammelt wie im Englischreiten, aber der Begriff fiel dort auch schon mal, aber Genaueres habe ich noch nicht gefunden.
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ja, bei uns gibt es auch die Versammlung, ebenso wie vorwärts/abwärts reiten. Die Versammlung sieht jedoch wirklich bei weitem nicht so aus wie bei Englischreitern. Man möchte durch die Versammlung eher mehr Schub aus der Hinterhand erreichen, den Kopf weiter unten haben, sodass das Genick der höchste Punkt ist, das Kopf soll nicht hinter der Senkrechten sein, lediglich leicht davor ist "erlaubt" und das alles ohne dass ich es mit den Zügeln dahin zerren muss
das Pferd läuft auch nicht die komplette Stunde so versammelt, wie Englischreiter...
| Madi hat Folgendes geschrieben: |
Oder lassen die Westernreiter (freizeitorientiert) ihre Pferde auch im natürlichen Gleichgewicht laufen?
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beim Ausreiten darf sie natürlich laufen, wie sie will, es soll ihr ja Spaß machen! ab und zu, wenn es der Weg zulässt, hol ich sie her, versammle sie kurz, rufe Seitengänge ab, wenn die alle super klappten, wird sofort wieder weiter geritten, wie sie will
| Madi hat Folgendes geschrieben: |
| Oder reiten sie auch versammelt? Im Raibuch steht, dass sie eben nicht so stark versammeln, weil der Westernsattel eine größere Auflagefläche hat als der Englischsattel. Aber sie sitzen halt noch sehr aufrecht. Ohne leichtes Zurücklehnen des Oberkörpers. Wenn sie jetzt aber locker reiten (langer Zügel,etc.) wie reiten sie gleichzeitig versammelt (oder leicht versammelt) ? |
boah, eine Unterscheidung zw. leicht und normal versammelt mache ich gar nicht. Ich hole mir die Versammlung mit Gebiss indem ich den Kopf runterhol (mit beiden Sporen leicht anklackern) und gleichzeitig vermehrt treibe mit dem Schenkel aber dennoch das Gewicht nicht nach vorne nehm, sie soll ja nicht schneller werden - schwer zu erklären.
| Madi hat Folgendes geschrieben: |
Was machen wir Raiter denn da eigentlich nochmal genau? Wenn ich mir Raipferde anschaue, dann senken die auch den Kopf, machen den Hals rund (habe ich mal im Trab beobachtet) und treten schön unter die Hinterhand. Aber das machen die von alleine.
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bin kein Rai-Reiter, aber kein Pferd macht das von alleine, sowas ist wohl "hartes" Training, aber gesund für das Pferd. Ein Pferd das nicht schön mit der Hinterhand untersetzt, wird über kurz oder lang Rückenprobleme bekommen...
| Madi hat Folgendes geschrieben: |
Achja und das Thema Gebiss. Wenn ich überhaupt einen Stall finde, dann werden die da bestimmt mit Gebiss reiten, glaube es ist schwer jemanden zu finden, der gebisslos reitet.
Mal abgesehen von dem "Atmen-Schlucken-Problem"....ist es für ein Pferd soooo schlimm, wenn ein Gebiss ruhig im Maul liegt? Man nicht daran herumzerrt? Der Zweck ist mir zwar nicht klar, aber ich frage mich, ob ich jetzt als "Pferdeqäuler" (übertrieben) gelte, wenn ich jetzt mit Gebiss reiten muss.
Aber wahrscheinlich geht es gar nicht, dass das Gebiss ruhig im Maul liegt, selbst beim Rai-Reiten gab es immer mal wieder Momente, da musste ich leicht "zupfen" oder auch mal stärker ziehen, ohne Gebiss geht das ja, aber mit, da würde ich mich echt nicht wohl fühlen.
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wegen dem Gebiss darf man sich nicht fertig machen!
ein Gebiss ist nur so hart, wie die Reiterhand.
wie schon geschrieben, man muss beim WEsternreiten die Gebrauchsreiter unterscheiden und den Sport.
Westernreiten Sport ist angelehnt an die Forderungen der AQHA (American Quarter Horse Association). Die schreibt vor, dass Pferde mit 5 Jahren mit Bit geritten werden MÜSSEN. Ein Bit ist eine Kandarre ... starres Gebiss mit Zungenfreiheit und Anzügen. davor mit mit Snaffel with Shanks (gebrochene Kandarre) oder Bosal geritten. Begonnen wird meistens mit der ordinären Wassertrense, die bei Westernreitern etwas dünner ist.
daher wirst du manchmal nicht die Möglichkeit so schnell finden, gebisslos zu reiten. Ein Sidepull entspricht nicht den Zielen der heutigen Westernreiterei und wenn du mit dem Bosal reiten kannst, kannst du danach NICHT mit der wassertrense reiten. Mit einem Bosal hast du keine differenzierenden Seiteneinwirkungen, daher sollte hierbei schon Sitz und Schenkel gefestigt sein. (Meine Meinung, da ich las, dass es Ställe gibt, die das schon machen)
Aber wenn du ihnen sagst, dass du kein Fan von Gebissen bist, vielleicht geben sie dir ein Sidepull? oder sie lernen dir tatsächlich mti dem Bosal zu reiten?
Fragen kostet ja nichts  |
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Tequiline

Alter: 19 Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2006 Beiträge: 484
Wohnort: Raum Hannover Entfernung: 0 km
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Verfasst am: 07.02.2010, 19:26 Titel: |
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Aber selbst eine weiche Hand verhindert das von Madi angesprochene "Atem-Schluck-Problem" nicht. Allein schon ein im Pferdemaul liegendes Gebiss bereitet mir Herzschmerz... Eben WEIL das Pferd einem nicht mitteilen kann, ob es Probleme hat und dennoch ist es ja inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass -ob bei Gebrauch oder lediglichem Stillliegen- Gebisse unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringen. Letztendlich muss das jeder mit seinem Gewissen vereinbaren können. Ich kann es nicht.
Ich reite nicht mehr richtig nach Rai und bin fast nur im Gelände unterwegs. Wenn ich mein Pferd aber auf dem Platz reite und leichttrabe, geht mein Pferd wunderbar vorwärts/abwärts und tritt ganz toll unter, zeigt sogar teilweise Ansätze zur Versammlung. Und mein Pferd wurde nie komplett Englisch oder Western ausgebildet. Er hat dies von selbst angeboten und läuft auch wenn wir nur im Gelände sind immer schön flott vorwärts und tritt super unter. Also ich denke, das ist sehr pferdeabhängig und durchaus möglich, dass Pferde "von selbst" so laufen bzw. es anbieten. Letztendlich liegt es am Reiter selbst, ob der dies fördert oder nicht.
Ich liege also zwischen den Welten - weder Rai, noch eine spezielle Reitweise. Wichtig ist mir dabei nur, dass mein Pferd nicht (auch nicht eventuell) unter Schmerzen leidet, ob nun durch ein Gebiss, Sporen oder Gerte verursacht, oder aufgrund von Rückenschmerzen. Ich denke, manche Pferde kommen gut mit dem Rai-Reiten klar, manche weniger gut. Ich sehe viele Rai-Pferde, deren Körperbau wirklich keinem Reitpferd entspricht (0 Rückenmuskulatur, Unterhälse, etc...) und genauso sehe ich auch Rai-Pferde, die top bemuskelt sind (und zwar an den Stellen, an denen es nötig ist) und ganz toll laufen. Jedoch denke ich, dass man das auch in jeder anderen Reitweise sieht und es ganz alleine am Reiter liegt, die richtige Körperhaltung des Pferdes zu fördern, denn auch beim Rai-Reiten ist das Ziel kein Pferd, das mit hochgerecktem Kopf durch die Gegend rennt, sondern eines, dass entspannt mit gesenktem Kopf im Gleichgewicht läuft und den Reiter gut tragen kann.
Meinem Pferd tut "meine Art zu Reiten" einfach sehr gut. Ich denke, dass hier besonders der Sitz und das Leichttraben ausschlaggebend geben dafür sind, dass es ihm jetzt besser geht. Beim Rai-Reiten wurde von mir immer verlangt, ihn einfach nur zurückzunehmen, wenn er sein (zugegeben sehr unbequemes Trab-)Tempo lief, was dazu führte, dass er den Kopf hochriss und den Rücken wegdrückte. Es hat leider sehr lang gedauert, bis ich erkannt habe, dass man ihm einfach sein Lauftempo lassen und ihn mit Leichttraben unterstützen sollte. Seitdem läuft er traumhaft.
Aber wie gesagt - das ist Pferdesache. Es ist einfach wichtig, sich nicht an bestimmten Vorgaben festzubeißen, sondern individuell auf's Pferd einzugehen.
Liebe Grüße _________________ Respekt entsteht durch Vertrauen, Vertrauen entsteht durch Respekt. |
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Blondie

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.06.2009 Beiträge: 562
Wohnort: Mittelhessen
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Verfasst am: 07.02.2010, 19:45 Titel: |
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Hey Tequiline,
| Zitat: |
| ich denke, das ist sehr pferdeabhängig und durchaus möglich, dass Pferde "von selbst" so laufen bzw. es anbieten. Letztendlich liegt es am Reiter selbst, ob der dies fördert oder nicht. |
Genau so ist es! Wie weit ein Pferd unter tritt und auch unter treten kann ist abhängig vom Gebäude des Pferdes. Weidepferde die noch nie gearbeitet wurden beweisen in der Regel daß sie den ihnen (Gebäudetechnisch) möglichen Schwung voll ausnutzen. Man kann durch gutes und richtiges Reiten zwar auch einiges noch unterstützen, aber leider sind falsch gerittene Pferde eher in der Situation ihre Fähigkeiten nicht voll ausschöpfen zu können.
| Zitat: |
| Aber wie gesagt - das ist Pferdesache. Es ist einfach wichtig, sich nicht an bestimmten Vorgaben festzubeißen, sondern individuell auf's Pferd einzugehen. |
Du sprichst mir aus der Seele! So halte ich es auch, was oft ein Umdenken erfordert aber am Ende immer ein besseres Ergebnis mit sich zieht
L.G.Mella _________________ Ein Haflinger ist nicht Stur, er gibt seinem Besitzer nur länger Zeit über seine Fehler nachzudenken! |
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